"TOWARDS AN ARCHITECTURE OF HOSPITALITY - DESIGNING AUTONOMOUS FORMS OF ARRIVAL"

Johannes Pointl, Nina Valerie Kolowratnik
253A89, UE, 2017S, 8.0h
 

Ziel

*Ausblick auf eine Architektur der Gast-freundschaft - Entwerfen von selbst-bestimmten Formen des Ankommens.

Die Idee der Unterbringung von Menschen auf der Flucht in touristischen Beherbergungsbetrieben erscheint auf den ersten Blick einleuchtend. In Österreich ist diese Form der Unterbringung von Asylsuchenden nichts Neues, sie verfügt über eine sechzigjährige Geschichte, in der phasenweise bis zu 95 Prozent der AsylwerberInnen in Unterkünften unterschiedlicher Größe und Typologie untergebracht wurden, und ist Symbol einer nationalen Asylpolitik, die Räume der Flucht als kurzzeitig auftretende Phänomene behandelt. 

Towards an Architecture of Hospitality stellt der gegenwärtigen Umnutzungs-Praxis von abgewirtschafteten Tourismusbetrieben Entwürfe für neue Gebäudetypologien gegenüber, die selbstbestimmte Wohnformen und ein Ankommen ermöglichen. Basierend auf einer vor-Ort-Recherche in Hotels, die zur Zeit als Asylwerberunterkünfte genutzt werden, entwickelt sich der Entwurfsprozess aus der Analyse von Ankommens- und Aneigungspraktiken von AsylwerberInnen, sowie deren subversiven Taktiken zur Navigation von Regeln die Raumnutzung vorgeben.

Superstudio, Monumento Continuo, 1969.
Superstudio, Monumento Continuo, 1969. 

 

Inhalt

Entworfen werden reale Utopien, die Möglichkeitsräume für eine uneingeschränkte Gastfreundschaft an fünf ausgewählten Hotelstandorten in Wien, Niederösterreich und Oberösterreich aufspannen und architektonische Qualität für eine neue Form von Unterkünften für Geflüchtete schaffen. Das Programm des Entwurfs ergibt sich aus der Überlappung zweier radikal unterschiedlicher Konzepte - der Flucht von freiwilligen TouristInnen vor dem Alltag und der Suche von zur Flucht gezwungenen MigrantInnen nach einem Alltag. 

Die Entwürfe werden Teil einer Publikation die als Forderungskatalog konkrete räumliche Leitlinien für ein Wohnen auf der Flucht einfordert.

Das Entwerfen ist Teil des Projekts Fluchtraum Österreich, http://fluchtraum.at und der MORE Initiative.