WAHLSEMINAR GEBÄUDELEHRE - BILDUNGSBAU

Gabriel Wurzer, Wolfgang Kölbl, Christian Kühn
252025, SE, 2017S, 3.0h
 

Ziel

Das Wahlseminar Gebäudelehre fördert das Verständnis für die Komplexität heutiger Bauaufgaben in funktioneller, technischer, künstlerischer und sozialer Hinsicht und bietet einen ersten Einstieg in die Praxis des wissenschaftlichen Arbeitens.

 

 

Inhalt

Im SS2017 befasst sich das Wahlseminar mit der Frage, wie sich funktionelle Qualitäten von Bildungsräumen in Bezug auf ausgewählte Parameter analysieren und mit Computerprogrammen simulieren lässt. Vorrangig werden wir uns mit Bewegungsströmen und Sichtbeziehungen auseinandersetzen, zwei Faktoren, die für aktuelle Konzepte im Schulbau von besonderer Bedeutung sind (Stichworte: Schule in Bewegung, offene Grundrisse).

Wir werden im Seminar unterschiedliche Methoden dafür kennenlernen und anhand konkreter Fallbeispiele anwenden. Dabei werden auch die Möglichkeiten ausgelotet, diese Methoden als Entwurfswerkzeuge zu nutzen, zB durch Variantenbildung. Um möglichste realistische Resultate zu erlangen, benutzen wir darüber hinaus empirische gesammelte (Bewegungs-)Daten aus einer konkreten Schule. Diese dienen sowohl für die Parametrierung der von uns benutzten Tools (z.B. Gehgeschwindigkeiten) wie auch zur abschließenden Validierung.

In der schriftlichen Arbeit werden die methodischen Grundlagen überblicksartig dargestellt und die durchgeführten Experimente beschrieben. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Schulraumarchitektur findet sich unter der Bezeichnung "Clusterschule" seit Jahren ein neuer Typus der Raumkonfiguration, der verschiedene Klassenräume zu einem gemeinsamen Lernverbund zusammenspannt. Diesen Lernumgebungen wird viel Positives nachgesagt, u.a. dass sie neue Formen der Interaktion zwischen Lehrkräften und SchülerInnen ermöglichen, das Arbeiten in Teams fördern, zu mehr Bewegung ermuntern, moderne Unterrichtsmethoden in heterogenen Gruppe unterstützen, kleinere überschaubarere Einheiten innerhalb einer Schule schaffen, und vieles mehr. 

In diesem Wahlseminar wird überprüft, inwieweit moderne Schularchitektur diese Versprechungen halten kann. Mögliche Fragestellungen: Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem architektonischen Raum, der verbesserten Lernfähigkeit der SchülerInnen und einer modernen Umsetzbarkeit von neuen pädagogischen Konzepten? Lassen sich Verbesserungsvorschläge in Bezug auf die Raumgestaltung formulieren? Welche weiteren Fragen können zu diesem Thema aufgespannt werden? Generell wird der Frage nachgegangen wie Architektur, insbesondere Schulraumarchitektur, auf seine Benutzung untersucht werden kann. 

Wir werden recherchieren welche Analysemethoden zur Beurteilung von Architektur existieren (z.B.Teilnehmende Beobachtung, Visuelle Soziologie: die Einbeziehung von Foto und Film, unterschiedliche Arten der Interviewführung, Workshop mit NutzerInnen, Schallmessungen, Post Occupancy Evaluation POE, Participatory action research, u.ä.), und welche sinnvolle Tools wir als ArchitektInnen anwenden können. 

Ablauf
Wir starten mit einer Exkursion zu zeitgenössischen Wiener Schulgebäuden, die unterschiedliche Nutzungskonzepte verfolgt haben. Während der Recherchephase wird das Forschungsdesign entwickelt. Durch die "Erforschung im Feld" in einer konkreten Clusterschule in Wien werden die gewonnenen Erkenntnisse analysiert und bewertet. 

Beginn: Di, 15. März 2016, 9-12 Uhr, ZS 8 (Stiege 4, 3.Stock), Anwesenheitspflicht
Weitere Termine jeweils Di, 9-12 Uhr, ZS 8
Weitere Infos beim Einführungstermin

 

Leistungsnachweis

Die LVA und umfasst das Definieren einer Forschungsfrage, Literaturrecherche, Bearbeitung des Forschungsthemas mit den geeigneten Methoden, mündliche Präsentation der Seminararbeit und Verfassung einer schriftlichen Arbeit im Umfang von ca. 30.000 Zeichen inkl. Leerzeichen pro Person. Die Arbeit kann als Einzel- oder Gruppenarbeit gemacht werden.